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Start-up

EXIST-Stipendium für RocketMIND: Gründerinnenteam der OTH Regensburg erfolgreich

Drei Absolventinnen des Masterstudiengangs Digital Entrepreneurship an der OTH Regensburg entwickeln eine App zur Stärkung der mentalen Gesundheit von Kindern.

Annalena Lüdeke, Celina Hölzel und Lena Hiltel erhalten das EXIST-Gründungsstipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die drei Absolventinnen der OTH Regensburg können damit ein Jahr lang in Vollzeit an der Weiterentwicklung ihres Projekts RocketMIND arbeiten. „Vor einer Förderung durchlaufen die Gründungsteams bei EXIST eine anspruchsvolle Prüfung zur Innovationshöhe, Geschäftsmodell, Kompetenzen des Gründungsteams und weiteren Anforderungen. Es ist eine besondere Auszeichnung für ein Team, ein EXIST-Gründerstipendium zu erhalten, und zugleich eine große Chance, gilt eine solche Förderung unter Investoren doch gleichsam als ein Qualitätssiegel,“ freut sich Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen, Leiter des Start-up Centers der OTH Regensburg.

Kennengelernt haben sich die Gründerinnen im Wintersemester 2024/25 im Masterstudiengang Digital Entrepreneurship. Obwohl sie aus unterschiedlichen Fachrichtungen stammen, verband sie früh ein gemeinsames Interesse: die Frage, wie mentale Erkrankungen bereits im Kindesalter verhindert werden können. Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Digitale Produktentwicklung“ entstand schließlich die Idee zu RocketMIND.

Die Vision des Teams: eine App, die Kinder im Grundschulalter präventiv begleitet und mental stärkt. Durch wissenschaftlich fundierte psychologische Übungen sollen Selbstwertgefühl, Resilienz und emotionale Intelligenz gefördert werden. Eingebettet in ein spannendes Weltraumabenteuer lernen Kinder in Levels und Challenges spielerisch, ihre Gefühle besser zu verstehen und mit Herausforderungen wie Schulstress oder Vergleichsdruck umzugehen.

„Wir alle haben selbst oder in unserem nahen Umfeld Erfahrungen mit psychischen Belastungen gemacht“, erklären die drei Entwicklerinnen. „Deshalb sind wir überzeugt, dass Prävention der Schlüssel ist und möchten Kindern möglichst früh Werkzeuge an die Hand geben, um mental stark aufzuwachsen.“

Wissenschaftliche Grundlagen der App stammen aus den Masterarbeiten

Auch ihre Masterarbeiten widmeten die Absolventinnen verschiedenen Aspekten von RocketMIND und schufen damit wichtige wissenschaftliche Grundlagen für die Weiterentwicklung des Projekts. Celina Hölzel untersuchte die Nutzerfreundlichkeit und testete mit Kindern und Erziehungsberechtigten, wie intuitiv die Anwendung ist und wie viel Freude die Kinder beim Spielen empfinden. Annalena Lüdeke analysierte die Potenziale Künstlicher Intelligenz in Managementprozessen von Start-ups.

Lena Hiltel entwickelte ein KI-gestütztes Konzept zur Gewinnung und Ansprache potenzieller Nutzerinnen und Nutzer. Ihre Untersuchungen zeigten, dass digitale Marketinginstrumente besonders dann erfolgreich sind, wenn zunächst Vertrauen aufgebaut wird. Daraus leitete sie Strategien für den Community-Aufbau und die zielgerichtete Kommunikation mit Eltern ab.

Zahlreiche Erfolge auf dem Weg zum Start-up

Mit ihrem Projekt können die Gründerinnen bereits auf zahlreiche Meilensteine zurückblicken: Neben der KickStart@FH-Förderung der OTH Regensburg erreichte RocketMIND eine Top-10-Platzierung beim BayStartUP Businessplan Wettbewerb Nordbayern, gewann den Wettbewerb „Tiger der TechBase“ sowie gleich zwei Auszeichnungen beim Bayerisch-Tschechischen Innovationstag. Zu den bisherigen Höhepunkten zählt außerdem der Gewinn des Jury- und Publikumspreises beim Hochschulgründertag 2025 an der OTH Regensburg.

Darüber hinaus nahmen alle drei Gründerinnen am Female Founders Programm der OTH Regensburg teil. In dem Förderprogramm werden gründungsinteressierte Frauen durch Mentoring, Workshops und individuelles Coaching bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen begleitet.

„Der Erfolg von RocketMIND zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial entsteht, wenn engagierte Gründerinnen ihre Ideen mit wissenschaftlicher Expertise und unternehmerischem Mut verbinden. Im Female Founders Programm begleiten wir Frauen dabei, ihre Geschäftsideen weiterzuentwickeln und den Schritt in die Gründung zu wagen. Dass ein Team aus unserem Netzwerk nun ein EXIST-Gründungsstipendium erhält, freut uns ganz besonders“, so Prof. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors, Leiterin des Masterstudiengangs Digital Entrepreneurship sowie des Programms Female Founders.

Mit EXIST in die nächste Entwicklungsphase

Mit dem EXIST-Gründungsstipendium wollen die Gründerinnen RocketMIND zur Marktreife führen. Neben der technischen und inhaltlichen Weiterentwicklung steht eine Kurzzeitstudie mit Grundschulkindern in Kooperation mit der Universität Regensburg im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Wirksamkeit der Anwendung wissenschaftlich weiter zu untersuchen. Für die Studie können sich interessierte Eltern bereits unverbindlich über die Website des Projekts informieren und vormerken lassen: https://www.rocketmind.app/

 „Ohne den Rückhalt aus unserem Netzwerk, von Mentorinnen und Mentoren, Förderprogrammen, Partnern sowie Familie und Freunden wären viele dieser Erfolge nicht möglich gewesen“, so die drei Gründerinnen. Nach ihrem Studienabschluss konzentrieren sich die drei Absolventinnen nun vollständig auf den Aufbau ihres Start-ups und die Vorbereitung des Markteintritts.

Schon vor dem EXIST-Stipendium auf Erfolgskurs: RocketMIND gewann beim Hochschulgründertag 2025 den Jury- und Publikumspreis. Von links: Prof. Dr. Sevim Süzeroglu-Melchiors, Lena Hiltel, Celina Hölzel, Annalena Lüdeke, Prof. Dr. Sean Patrick Saßmannshausen. Foto: OTH Regensburg/Fabian Baumgartner
Sternenkonfetti für einen Raketenstart: Das Team von RocketMIND feiert mit EXIST das nächste Kapitel seiner Gründungsgeschichte. Foto: RocketMIND/Lena Hiltel
Eingebettet in ein spannendes Weltraumabenteuer lernen Kinder in Levels und Challenges spielerisch, ihre Gefühle besser zu verstehen und mit Herausforderungen wie Schulstress oder Vergleichsdruck umzugehen. Foto: RocketMIND